Über mich

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Herrschaften… gaaaanz locker bleiben! Ick bin depressiv, dick, ’ne ganz faule Socke, sensibel, cholerisch, kaue Fingernägel, hab ’nen Knick in der Optik, ’n Kugellager, leide an Fußpilz und neige zu Pflaumenstürze! Also „hier“ nur mit Glacéhandschuhe rumfuchteln! Und bleibt mir aus meinem Dunstkreis… ick lass mir nich´ knuddeln!

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Ein Leben zwischen Genie und Wahnsinn. Zurückhaltend und extrovertiert, leise und laut, nett und arrogant, heute Engel, morgen Teufel …und immer auf der Grenzlinie!

Ich (m) bin kein „GUTMENSCH“ und möchte auch keiner sein, weil ich zu meinen Schwächen und Fehlern stehe, denn sie sind ein Teil von mir!

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!

Positives über mich erfährst du von meinen Freunden!
Negatives von meinen Feinden,
-und die Wahrheit nur alleine von mir!!!

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engelszungen

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„SORRY“… ich bin so wie ich bin… und das ist gut so. Wenn ich einmal wiedergeboren werde, werde ich so sein, wie du mich gerne hättest… „VERSPROCHEN!“

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Wer Schreibfehler findet, darf sie pehalden!

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Liebe Mal- und Zeichenfreunde!

Ich werde immer wieder gefragt, was für ein „Malprogramm“ ich habe. Zuerst einmal muss ich sagen, dass hier bei mir „grundsätzlich“ von alles Hand gezeichnet wird. Meine fertige Zeichnung scanne ich ein und male sie dann mit „Ulead-Photo-Express“ aus. Strich für Strich… und Fläche für Fläche! Zum Schluss erlaube ich mir dann kleine technische Spielereien… wobei ich manchmal auf Schatten, Hintergründe, Sterne oder Lichteffekte zurückgreife! Auch habe ich mir, nach jahrelanger Maus-Quälerei, endlich einen Zeichenstift zugelegt… der mir heute einige, kleinere Erleichterungen verschafft…!

Bei den Collagen verhält es sich ähnlich, nur dass ich ein (oder mehrere) „photographierte“ Objekte in meine Deko-Zeichnungen einbaue!

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seele

Ich war nur einer von vielen!

freistatt

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Zwangsarbeit fürs Vaterland! Endstation: Diakonie Freistatt, Bodelschwinghsche Anstalten Bethel …..und nicht nur dort!

In den 50er, 60er bis hinein in den 70er Jahren gab es hier, mitten in Deutschland, sogenannte „geschlossene Erziehungsheime“ für Kinder oder Jugendliche, mit denen die Eltern nicht mehr klar kamen oder nicht klarkommen wollten.

Heute, nach ca. 50/60 Jahren, kommt die Wahrheit ans Licht.

Die Wahrheit über die „Nachkriegs-Kinderarbeitslager!“ Eine menschenverachtende und menschenunwürdige Zwangsunterbringung von über 2,5 Millionen Kindern! Sie kamen aus allen Gesellschaftsschichten und „nicht alle“ waren kriminell oder schwer erziehbar. Ihre „Fürsorge“ wurde dem Jugendamt überstellt, und die reichten sie „im Namen des Volkes“ an ihre Peiniger weiter. Wobei sich hier „die Diakonie“ selbstlos an der Übernahme der Kinder beteiligte und ihre grausamen, abnormen Erziehungsmethoden an den Zöglingen ausleben konnte. Dort galt es nach dem Motto:

„Arbeite, schweige und Bete!“

Die Kinder mussten ohne Ausnahme 6 Tage im *Moor oder Steinbruch unter den „härtesten Bedingungen“ bei Wind und Wetter, bei sengender Hitze oder eisigem Winterwetter in Akkord arbeiten, und wer sein Tagessoll nicht erfüllte, wurde mit Schlägen, Freizeitentzug oder mit Ausgrenzung zu den anderen Zöglingen bestraft. Ein angemessenes Entgeld oder ein Rentenbeitrag für diese Zeit in die Versicherungen wurde natürlich auch nicht erstattet. Alles hatte seine streng militärisch, im Glauben fanatisch festhaltende Ordnung, und alles wurde von den „frommen Brüdern“ und dem „übermächtigen Hausvater“ angeordnet und vorgelebt. Selbst der Gang zum Speisesaal hatte im Gleichschritt, schweigend und kopfsenkend zu erfolgen. Eine eigene Kleidung war grundsätzlich verboten! Sie wurden unter Verschluss gehalten und Restbestände aus Kriegsgefangenenlagern musste, von allen gleich, aufgetragen werden. Die von den Glaubensbrüdern hochgelobte Erziehungsmethode war einfach und simpel.

„Dem Kind müsse zuerst die Seele,

dann der Wille gebrochen werden,

damit es gottgefallen funktioniere!“

Hemmungslos schreckte man auch nicht vor sexuellen Übergriffen zurück, denn die Gefahr einer Entdeckung dieser schrecklichen Missbräuche war sehr gering. Alles verschwand unter dem Deckmantel: „Im Namen Gottes!“ Und außerdem hatte man sich das Schweigen der Zöglinge mit dem dortigen „höchsten Gut,“ dem Tabak und Zigarettenblättchen erkauft!

Und wenn dann der Jugendliche an seinem 21-ten Geburtstag (damalige Volljährigkeit) zurück in die Gesellschaft „entlassen“ wurde, war er ein gebrochener, unselbstständiger, verängstigter und menschenscheuer junger Mann, der oft nichts mehr mit seiner zurückgewonnenen Freiheit anfangen konnte und „manchmal“ sogar an ihr zerbrach. (Die Selbstmordrate oder die Kriminalitätsrate der Betroffenen war damals sehr hoch).

Aber einen Vergleich mit den „heutigen Jugendlichen,“ wäre an dieser Stelle total überzogen, weil man sie einfach mit ihnen nicht vergleichen kann und darf. Die Wertstellung, was „Respekt und Gehorsam“ betraf, war damals eine ganz andere als heute. Und sie wurde „bedingungslos“ eingefordert, nicht nur von den Eltern, sondern auch von der Schule, Staat und Gesellschaft!

„Mein damaliges Vergehen“ war, dass ich mit 15 Vollwaise wurde und somit zum Spielball der Behörden und Vormundschaftsgerichte wurde. Aber meine Genugtuung ist, dass die Betroffenen, die jetzt in meinem Alter sind und ihre Rentenanträge stellen müssen, immer mehr anklagen und an die Öffentlichkeit gehen, weil ihnen mehrere Jahre an pflichtversicherte Rentenjahre fehlen.

Der Aufschrei in der Diakonie in den letzten Jahren war groß, und man war bemüht, diese Unterbringungen und Übergriffe als „traurige Einzelfälle“ herunterzuspielen. Man hatte wohl nicht damit gerechnet, dass noch so viele am Leben sind und sich zu Wort melden. Heute zeigt man ein Einsehen, dass damals viele „Fehler“ gemacht wurden, und man bitte doch die Betroffenen um Verzeihung und um Vergebung!!!!!!

Welch ein Hohn! Von einer Bemühung, hier den Menschen wenigstens bei der Aufklärung in Renten-Versicherungsfällen behilflich zu sein……völlige FEHLANZEIGE!

Wer mehr über das Thema in Erfahrung bringen möchte, kann hier folgenden Link anklicken!

http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Fotogalerie_zwangsarbeitender_Jungens.html

Ich, als Betroffener, habe hier „meine eigene Lebensgeschichte“ (1963-1970) erzählt… wobei ich nur die „Oberfäche“ angekratzt habe! Sie ist unter den Jahren aufgeteilt.

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1963 Der Anfang vom Ende

Nachdem ich mit 14 Jahren die Schule verlassen hatte, fing der Ernst des Lebens für mich an.

Da wir in einem Dorf wohnten, blieb mir nur die Möglichkeit eine Lehrstelle in unserer nahegelegenen, größeren Stadt zu suchen. Es war eine Kurstadt… mit jede Menge Hotels, die Arbeits- und Lehrstellenkräfte in Kost und Logis suchten. Also entschied ich mich, im Hotel- und Gaststättengewerbe Fuß zu fassen und wurde auch schnell fündig.

Mein Einstieg in einem der größten Häuser am Ort begann für mich in einer hineingepressten Pageuniform, in der ich Kisten und Koffer, von Etage zu Etage, von einem Zimmer zum anderen schleppen musste, denn schließlich sollte aus mir einmal ein Kellner erster Klasse werden. Da hieß es: „Erst einmal ganz von unten anfangen!“

Mein Vorgesetzter, der Empfangschef, (46) hatte nichts besseres zu tun, als mich „sofort“ zu begrabschen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgeklärt war, bis auf die wenigen Einzelheiten, die wir Jungs in der Schule unter uns einmal ausgetauscht hatten, wusste ich nicht, was dieser Herr Otto H. von mir wollte. Aber er sorgte dafür, dass ich mich mit dem Thema „Homosexualität“ wohl oder übel auseinandersetzen musste!!!

Als ich seine sexuellen Gelüste, auch aus Ekel vor mir selbst nicht mehr ertragen wollte, hatte ich binnen kürzester Zeit meine Kündigung und den damit verbundenen Lehrstellen-Auflösungsvertrag in der Tasche!

Doch ich hatte Glück… wenn man es so sehen kann… denn schnell fand ich mich in einem anderen Hotel mit Arbeitsvertrag wieder. Dieses mal nicht als Lehrling, sondern als Page in Anstellung!

Das Personal (m/w) wohnte in einem extra, dafür vorgesehenen Bau, der uns „in aller Schärfe“ verdeutlichte, wer sich in den oberen Reihen bewegt und wer ganz tief unten ist! Aber welch einen Jungen mit 14 Jahren hätte das schon gestört… mich jedenfalls nicht.

Auch Angela J. wohnte dort… sie war Zimmermädchen, „38 Jahre“ alt, Jugoslawin und genau das Gegenteil von dem, was man als gutaussehend beschreiben würde.

Sie machte, ohne dass es mir bewusst war, mich zu ihrem Liebhaber… der, wenn es ihr danach gelüstete, zur Stelle sein musste!

Meine ersten sexuellen Erfahrungen mit dieser Frau, waren für mich „alles andere“ als schön, denn das „Glücksgefühl,“ von dem alle erzählten, wollte sich bei mir perdu nicht einstellen. Wie konnte ich auch damals ahnen, das „Liebe und Sexualität“ zwei paar verschiedene Schuhe sind?

Heute ist mir bewusst, dass sie eine stark eifersüchtige, dominante und vom Sex besessene Person war… mit einem ausgeprägten Hang zur „Unreinlichkeit“… und genau durch diese handelte ich mir letztendlich noch einen unfreiwilligen Besuch beim Dermatologen ein!!!

Dennoch gelang es ihr immer wieder mich in ihr Bett zu zerren… manchmal sogar mehrmals am Tag oder in der Nacht… da war wohl meine kindliche Neugier größer als mein Verstand!

Meine bis dahin gewonnenen, ersten sexuellen Erfahrungen verschafften mir ein „gespaltenes Verhältnis“ zu meiner eigenen Sexualität… für den Rest meines Lebens!

Als sie mich eines Tages in einem Gespräch, mit einer etwa gleichaltrigen Kollegin erwischte, flippte sie restlos aus. Sie schrie, in „völliger Hysterie“ aufgelöst, durch die ganze Personalunterkunft und keifte was das Zeug hielt, riss sich ihr Kleid vom Leib und bewarf uns mit ihren Schuhen… und das alles, vor den Augen der anderen Kollegen, die sich nach und nach auf dem Gang einfanden um zu sehen, was das mit dem Radau auf sich hat!

Stunden später stand ich auf der Strasse… abermals meine Kündigung in der Hand!

Die erste Nacht verbrachte ich auf dem dortigen Bahnhof… völlig verstört… hilflos… kein Dach über den Kopf… mit einem Bier in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand!

„War das der erste Schritt in die Verwahrlosung?“

Zu meiner Mutter zurück wollte und „konnte“ ich nicht… zu oft signalisierte sie mir in letzter Zeit, dass ich Zuhause „nicht mehr willkommen“ war… aber darüber berichte ich evtl. ein andermal… das ist ein Thema für sich!

Am nächsten Tag kaufte ich mir eine Orts-Zeitung, suchte nach möblierten Zimmern und wurde auch schnell fündig. Eine neue Arbeitstelle ließ auch nicht lange auf sich warten.

Ich kellnerte in einer italienischen Eisdiele von 12 bis nachts um 24 Uhr…. natürlich mit den entsprechenden Pausen! (das war aber damals, wegen meines Alters nicht erlaubt)

Die italienischen Besitzer hatten aber dennoch ein fürsorgliches Auge auf mich und luden mich täglich in ihre Wohnung zum essen ein… ich empfand es damals wohlwollend… wie eine Art „Arbeitsstelle mit Familienanschluss!“

Was ich „nicht“ wusste oder ahnte, war, dass meine Mutter über jeden meiner Schritte dort informiert wurde, sei es von den ehemaligen Arbeitgebern oder von aufmerksamen Einwohnern dieser Kleinstadt… und sie sich längst an das Jugendamt gewand hatte um eine „Heimeinweisung“ für mich zu erwirken.

Das war für sie wohl einfacher, als mich einmal zur Seite zu nehmen, um mit mir ein klärendes, liebevolles „Gespräch von Mutter zu Sohn“ zu führen!?

Diese Tatsache wurde mir aber erst bewusst, als man mich mit einer Polizeieskorte aus der Eisdiele „abführte“ und in eine staatliche Erziehungsanstalt in S. einwies!

Ich war „immer noch“ 14 Jahre… aber nur auf dem Papier… innerlich war ich um Jahre gealtert!

Ab hier, hatte ich einen Leidenswegweg zu gehen, der mein „ganzes Leben“ beeinflussen sollte… und von dem ich hier berichten werde!

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1964 Mein erstes Heim

Im Heim angekommen, führte man mich in ein Zimmer, dass als kahler Aufenthaltsraum für ca. 15 Personen eingerichtet war. Dort standen mehrere Tische und Stühle. Man wies mich an dort Platz zu nehmen und zu warten, bis die „Gruppe“ eintrifft. Es war so gegen 14 Uhr. Als man mich dort eingeschlossen hatte, setzte ich mich an einen der Tische und fing an zu weinen. Immer wieder fragte ich mich, warum mir meine Mutter das angetan hat!

Irgendwann nickte ich dann kraftlos ein.

Durch ein lautes, schon fast brüllendes: „Guten Morgen, der Herr,“ kam ich wieder zu mir und sah mein gegenüber an. Ein für mich damals alter Mann, am Stock gehend, graues Haar mit Schnauzer, (ca. 60-65 Jahre) stand grinsend vor mir und meinte: „Na, ausgeschlafen? Ich bin Herr S. dein Erzieher… und ich werde mir mit dir besonders viel Mühe geben!“

Ich saß immer noch und stammelte: „Ich heiße…..“

Weiter bin ich nicht gekommen, denn ein kräftiger Faustschlag in mein Gesicht riss mich vom Stuhl, so dass ich mich letztendlich auf den Fußboden wiederfand.

„Wenn ich mit dir rede, hast du aufzustehen, verstanden?“ grinste er mich an und mir wurde schlagartig klar, dass mit ihm nicht zu spaßen war.

Ich entschuldigte mich und nannte meinen Namen und wo ich herkomme. Er fragte mich, ob ich wüsste, warum ich hier bin… aber diese Frage konnte ich ihm nicht beantworten. Er holte aus… ich zuckte zusammen… und schon fing ich mir den nächsten Schlag ein, dieses mal mit blutender Nase. Ich zeige dir, warum du hier bei mir bist,“ brüllte er mich an, wobei seine Betonung auf „BEI MIR“ lag! Seine hasserfüllten Augen jagten mir Angst und Schrecken ein!

Nach und nach trudelten die Jungs von ihren z.T. im Heim befindlichen Arbeitsstätten ein. Die meisten arbeiteten aber in der Landwirtschaft… das hieß, bei den umliegenden Bauern die Felder zu bestellen, vom Unkraut, Steinen und anderen Unrat zu befreien, oder die Ernte einzufahren. Weiter gab es dort u.a. eine hauseigene Gärtnerei, Schreinerei und eine Schneiderei.

Anfänglich wurde ich für mehrere Monate zur Landarbeit verdonnert, später durfte ich dann in der Gärtnerei meinen Fleiß unter Beweis stellen.

Jeder Junge war mehr oder weniger mit sich selbst beschäftigt, denn wir hatten alle das selbe Ziel… so unauffällig wie möglich zu sein, damit eine schnelle Heimentlassung durch gute Führung erfolgen konnte. Freundschaften oder ein Miteinander… völlige Fehlanzeige.

Ich lebte mich dort nur sehr langsam und auch zögernd ein…

Herr S. zog zwischenzeitlich alle Register, nur um uns auf seine sadistische Art klarzumachen, dass wir die Brut von Versagern wären, die nichts anderes verdient hätten, als in „seiner“ Obhut zu sein. Demütigungen und Schläge waren an der Tagesordnung… und er hätte nach seinen eigenen Aussagen, die wir uns immer und immer wieder anhören mussten, das alleinige Recht dazu, war er doch einst der Privatchauffeur von „ADOLF!“ Adolf, sein Idol… sein Vorbild… einen Mann den man Unrecht angedeihen lies, da alles, was man von ihm behauptete nur mit Lug und Trug untermauert war.

Als ein Junge ihn einmal nach den Konzentrationslagern fragte, bekam dieser zur Antwort (ich werde es nie vergessen) „Es gab einen guten Grund, warum man dieses Pack dorthin verfrachtet hat, genauso wie es einen Grund gibt, warum „ihr“ hier seid!“

Nach ca. drei Monaten Gärtnerarbeit wurde ich in die Schneiderei beordert. Herr B. der Schneidermeister, tat mir und meiner Seele gut. Obwohl er ein sehr kranker Mann war und sich auch den dortigen Vorschriften zu unterwerfen hatte, was den Umgang mit uns Zöglingen betraf, ließ er mich spüren, dass ich auch nur ein Mensch war. Er nahm sich viel Zeit, mir all das beizubringen, was in diesem Handwerk wichtig ist… und weckte damit erstmals mein Interesse an diesen Beruf! Herr B. war schon fast väterlich zu mir… und das genoss ich in vollen Zügen, war doch mein damaliger Wunsch, einen eigenen, leiblichen Vater zu haben, Zeit meines Lebens unerfüllt geblieben.

(Nach Aussagen meiner Mutter, verstarb mein Vater kurz nach meiner Geburt)

So lebte ich dort in zwei Welten… die, auf der Arbeit, die mir durch Herrn B. Verständnis und Geborgenheit vermittelte und die, in der Gruppe, wo Herr S. seine perfiden Spielchen mit uns trieb und seinen sadistischen, schlagkräftigen Trieb gegenüber uns Jungs in vollen Zügen auslebte.

Eines Tages bekam ich ein Päcken… es war nicht von meiner Mutter… es war von einer mir fremden Person aus dem damaligen Ostblock. Es war geöffnet, wie all unsere Post und ich schaute gebannt hinein, denn ich hatte keinerlei Vorstellungen, was sich darin befand.

Es beinhaltete einen an mich gerichteten Brief, eine alte, stark abgenutzte Fliege und ein ebensolches graues, verschlissenes Hemd! Ich wusste immer noch nicht, was das alles zu bedeuten hatte, bis ich dann anfing zu lesen…

Eine Frau teilte mir mit, dass sie die Verlobte meines kurz verstorbenen Vaters sei… und das sie mich über seinen Tod informieren wolle! Ein paar persönliche Dinge meines Vaters hinterlege sie zum Andenken für mich anbei!!!

Als ob ich nun nicht schon genug seelische Verletzungen in mir trug, wurde ich durch diese Nachricht noch mehr aus der Bahn geworfen…

Ich hatte also doch einen „Vater“… warum hat meine Mutter ihn mir verschwiegen… warum durfte ich keinen Kontakt zu ihm haben, auch wenn es nur schriftlich gewesen wäre…???

Obwohl ich nicht wollte, musste ich anfangen zu heulen.. zu tief war meine Enttäuschung über das Handeln meine Mutter!

Herr S. der mich genau beobachtet hatte, fing laut an zu lachen… und rief, so dass alle Jungs es auch mitbekamen: „Na? Da warst du deinem sauberen Herrn Vater wohl nicht viel Wert, als die paar Lumpen… wie fühlt es sich an, einen Penner zum Vater gehabt zu haben, he?“

Nichts fühlte sich bei mir an… denn ich hatte von diesem Zeitpunkt an keinerlei Gefühle, keine Kraft mehr… ich wollte und konnte nicht mehr und gab mich allem widerspruchs- wort- und wehrlos hin… bis hin zum Tag meiner Entlassung!

Ca. 1 Jahr verbrachte ich in dieser „staatlichen Einrichtung“… dann wurde ich entlassen.. entlassen in eine für mich ungewisse Zukunft!

Keiner konnte damals ahnen, dass alles noch „viel schlimmer“ kommen sollte!

Der eine oder andere Leser wird sich jetzt evtl. fragen: „Warum habt ihr euch nicht gewehrt?“ Das kann ich euch sagen… das alles geschah zu einer Zeit, in der Respekt und Gehorsam noch einen anderen Stellenwert hatte, wie heutzutage! Außerdem hatten wir Angst… Angst vor Freistatt… einer geschlossenen Anstalt für Schwererziehbare, mit der uns immer gedroht wurde… einer Anstalt mitten im Moor… aus der es kein Entkommen gab!

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1965 Im Namen des Volkes

Meine Mutter ist während meines Heimaufenthaltes „wieder einmal“ umgezogen… in eine wunderschöne Kleinstadt im Odenwald… in der auch, wie kann es anders sein, meine Halbschwester mit Mann und Kind wohnte.

Sie bewohnte dort eine hübsche, kleine Wohnung, die auch etwas Platz für mich bot. Da sie sich aber mit dem Hausbesitzer, der mit in diesem Zweifamilienhaus wohnte überworfen hatte, stand ein neuer Umzug ins Haus… an dem ich beweisen wollte, dass ich sie dabei tatkräftig unterstützen kann!

Meine Mutter gab mir das Gefühl aufs herzlichste „Willkommen“ zu sein und so näherten wir uns beide wieder an und beschlossen einvernehmlich und in Frieden mit dem Vergangenem abzuschließen.

Ich hatte ein Zuhause und eine mich liebende Mutter… ich wähnte mich wieder in Geborgenheit! Erlebtes sollte vergessen sein… ein neuer, gemeinsamer Start sollte in Angriff genommen werden und nichts sollte dem mehr im Wege stehen… versprachen wir uns beide hoch und heilig!

Mein Halbbruder, der immer noch in B. bei unserer Tante lebte, und dessen Verlobte, kündigten ihren Besuch bei uns an. Sie blieben nur wenige Tage.

Als meine Mutter und ich in die nahegelegene Kreisstadt fuhren, um beim dortigen Arbeitsamt für mich einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden, waren mein Halbbruder mit seiner Begleitung alleine in unserer Wohnung. Etwas später stieß auch meine Halbschwester hinzu. Die Bude war also voll… wie man so schön sagt!

Und genau an diesem besagten Vormittag, erschien unangemeldet ein Herr S. vom Jugendamt, um nach den rechten zu sehen und sich nach meinem Befinden zu erkundigen!

Er wurde davon unterrichtet, dass ich mit meiner Mutter auf Arbeitssuche bin und er kündigte an, an einem anderen Tag seinen „Kontrollbesuch“ zu wiederholen!

Das war alles, worüber man mich und meine Mutter informierte!

Ich fand einen für mich geeigneten Arbeitsplatz in der Konfektionsindustrie, verdiente mehr Geld wie meine Mutter und war bei den Mädels dort, der „niedliche Hahn“ im Korb… meine älteren, männlichen Kollegen standen zwar plötzlich im Abseits… nahmen die ganze Angelegenheit aber mit Humor… schließlich war ich für sie nur „der Bub!“

Kurzum… besser hätte ich es nicht treffen können.

Kurze Zeit später war auch der Umzug geschafft… der Gott sei Dank nur über die Straßenseite zu bewältigen war. Meine Mutter war nach ihren eigenen Aussagen: „Stolz auf ihren kleinen Großen,“ der ihr weniges Hab und Gut ganz alleine dorthin verfrachtete!

Der Herr vom Jugendamt konnte also kommen… ich selbst hatte erstmalig „2 kleine Zimmer“ für mich ganz alleine, die ich mir nach und nach, ganz nach meinen Geschmack etwas gemütlich machen wollte! Verdient hatte ich ja gut… und es blieb, nach Abzug des Kostgeldes, allerhand für mich übrig!

Aber der gute Mann kam nicht mehr!!!

Stattdessen, wurde ich an einem Vormittag von meinem Chef ins Büro gebeten. Dort erwarteten mich zwei Polizisten und „besagter“ Jugendamtmitarbeiter.

„Wir fahren dich jetzt zu deiner Mutter, dort kannst du dich von ihr verabschieden und dann bringen wir dich in ein Heim, wo du eine Zeitlang verbleiben wirst,“ waren die kurzen, knappen Informationen die man mir ins Gesicht schleuderte und in mein Herz für immer eingravierte!

Ich stand völlig unter Schock… war nicht in der Lage zu reagieren… nicht zu denken… in diesem Moment starb wieder einmal ein Teil meiner Seele ab!

Der Rest erlebte ich wie in Trance.

Als wir vor meiner Mutter standen, brach sie zusammen…

Ihre verzweifelten Fragen nach dem „WARUM“ wurden erst gar nicht beantwortet… man berief sich darauf, dass die Zeit drängt und überreichte ihr kurzerhand einen Gerichtsbeschluss, in dem man sie informierte, dass ihr „im Namen des Volkes“ das Fürsorge- und Erziehungsrecht für mich entzogen wurde!

Beide weinten wir und hielten uns in den Armen. Meine Mutter schluchzte mir ins Ohr: „Mein Junge… ich wollte du wärst niemals geboren worden… es tut mir alles so unendlich leid!“

Ihre verzweifelten, nach hilfeschreienden Worte werde ich nie vergessen…….

Danach musste ich wieder in den „Polizeiwagen“ steigen und eine „mehrstündige“ Fahrt, in eine für mich ungewisse Zukunft, fernab von meinem neuen, liebgewonnenen Zuhause, meiner Mutter und meiner Arbeitsstelle, begann!

Meine langersehnte, wiedergewonnene Freiheit dauerte „nicht einmal 2 Monate!“

Aber eines war mir klar… wenn ich wieder unter die Fuchtel von Herrn S. aus S. gelangen sollte, würde ich meinem Leben ein Ende setzen!

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1965/66 Ein Leben in Geborgenheit

Zu meiner Erleichterung fuhren wir nicht nach S. sondern nach St. b.K.

Wir hielten vor einem alten Schloss. Dort brachte man mich hinein. Ich regte mich immer noch nicht und gab keinen Mucks von mir. Der verbeamtete Jugendamtarbeiter Herr S. öffnete die erstbeste Tür und trat ein… er erkundigte sich nach dem Büro der Anstaltsleitung. Ich stand mit den beiden Polizisten wartend im Flur… und konnte mitbekommen, dass Herr S. von jemanden in einem sehr schroffen Ton abgekanzelt wurde.

„Ist das nötig den Jungen hier in Begleitung der Polizei wie einen Schwerverbrecher vorzuführen?“ Hektik brach aus… ein älterer Herr kam auf mich zu, stellte sich mir als Herr F. vor, legte seinen Arm um meine Schulter und hieß mich willkommen.

Gemeinsam gingen wir zu dem gesuchten Büro… der Papierkram wurde erledigt… und der Zögling wurde im (äußerlichen) ordnungsgemäßen Zustand übergeben!

Jetzt nahm man sich meiner an und ich denke mir heute, dass man dort sehr schnell erkannt hatte, in was für einer seelischen Verfassung ich war.

Der Mann, der sich über die Art und Weise, wie man mich dort eingeliefert hatte aufregte, war jener Herr. F… der Schneidermeister der dort befindlichen, hauseigenen Maßschneiderei.

Der Anstaltsleiter dieser staatlichen Einrichtung, der mich schon fast wie ein liebevoller Vater empfing, Herr F. und ich beschlossen, dass ich in der Schneiderei arbeiten durfte und somit das Handwerk von der Pike auf erlernte konnte.

Nachdem alles soweit geklärt war, was die dortige Einweisung betraf, machten sie mit mir einen Rundgang durch das restliche Haus.

Unten… dort wo wir uns befanden, waren Büros und verschiedene, weitere kleinere Werkstätten… im Obergeschoss waren die sogenannten Schlafsäle. Dort standen ein Bett neben dem anderen… es mussten so an die 50-60 Stück gewesen sein.. wenn nicht sogar noch mehr!?

Etwa 30 Meter entfernt vom Schloss, stand ein Flachgebäude, dass für uns als Aufenthaltsräume mit Speisesaal eingerichtet war. Hier spielte sich das tägliche Leben ab und im Schloss das nächtliche.

Zu meinen Aufenthalt dort, gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Obwohl ich mir gewünscht habe, bei meiner Mutter zu sein, lebte ich mich dort sehr schnell ein. Im Gegensatz zu dem Heim in S. war man dort bemüht uns Geborgenheit zu vermitteln und scheute sich auch nicht, uns in erster Linie wie Menschen zu behandeln, die schon so einiges in ihrem jungen Leben zu ertragen hatten.

Und genau diesen Umgang übernahmen auch wir, denn wir gingen alle freundschaftlich mit uns selbst um, der Stärkere half den Schwachen und wenn einer einmal Kummer und Sorgen hatte, stand er nicht im Abseits… jeder war für jeden da!

Wir waren wie eine Großfamilie… bestehend aus unzähligen Rabauken… die aber nie mit ihren Sorgen alleine gelassen wurden und von den Erziehern immer aufgefangen wurden, wenn sie zu fallen drohten!

In der Schneiderei waren wir eine sechsköpfige, lustige Truppe… der Meister, sein Geselle und wir vier Zöglinge… bei uns war immer Remmidemmi!

Es war eine schöne Zeit… die einzigste, schöne Zeit meines Lebens!!!

Meine Mutter und ich standen im regen Briefkontakt… sie lies mich wissen, dass sie alle Hebel in Bewegung setzt um mich dort rauszuholen, während ich ihr offen und ehrlich versichern konnte, dass ich mich dort wohlfühle und sie sich keine allzu großen Sorgen um mich machen müsse. Aber sie hatte einen triftigen Grund nicht aufzugeben… von dem ich bis dato keine Ahnung hatte oder er mir gar nicht bewusst war.

Es war Weihnachten… und jeder von uns, dem dies das Elternhaus ermöglichte (was nicht immer selbstverständlich war) bekam einen Urlaubsschein.

So war ich über die Feiertage Zuhause…

Die Freude war groß, als ich meine Mutter umarmen konnte, aber anscheinend war sie nur auf meiner Seite. Sie war in sich gekehrt… für mich fast unnahbar… mir fremd. Ihre schwarzen Augen wollten nicht leuchten, ihr lächeln kam nur, wenn überhaupt, gequält über ihre Lippen…

Sie wollte sich erklären… sich mit mir aussprechen… sich Luft machen. Und das taten wir dann auch… stundenlang… die Karten wurden offen auf den Tisch gelegt.

Nun erfuhr ich auch, warum sie mich damals wieder abgeholt hatten.

Am besagten Tag, an dem meine Mutter und ich beim Arbeitsamt vorsprachen und Herr S. vom Jugendamt unsere Wohnung aufsuchte, um sich nach mir und meinem Umfeld zu erkundigen, traf dieser ja lediglich nur auf meine Halbgeschwister. Dort soll es zu einem heftigen Wortgefecht gekommen sein, dass letztendlich in ein Eklat endete. Da ich nur all zu gut meine cholerisch-keifende und sich immer wieder im Ton vergreifende Halbschwester kannte, konnte ich mir lebhaft vorstellen, wie dies vonstatten ging!!!!!

Das Handeln danach war weiter nichts als ein Muskelspiel und einen Machtkampf zwischen dem Jugendamt und meiner Mutter/Familie!

Ich wurde sprichwörtlich zum Spielball der Behörde und meiner Familie gemacht. Wer den hier längeren Arm hatte, war offensichtlich…

Jetzt sprach sie auch über meinen Vater… zwar wurden meine Fragen nach dem wie und warum nicht 100% beantwortet, aber ich wollte es ihr nicht noch schwerer machen, wie sie es sowieso schon hatte…

Die Feiertage waren schnell vorbei und meine Mutter brachte mich zum Bahnhof. Innerlich freute ich mich schon auf meine Freunde dort im Heim, die ich in den wenigen Tagen doch schon etwas vermisst hatte…

Wir umarmten uns und ich stieg in den Zug… sie winkte mir nach… und weinte!

Ich konnte damals nicht ahnen, dass das Schwert des Damokles, dass über mir schwebte, sich zum Fall bereit machte um mein Herz von meiner Seele für immer zu trennen….

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1966 Ein Abschied für immer

Im Frühjahr wurde ich aus dem Heim entlassen. Genauso groß, wie meine Freude darüber war wieder Zuhause bei Muttern leben zu dürfen, genauso schmerzlich war aber der Abschied… zu viel musste ich zurücklassen… zu viele schöne Erinnerung… meine Freunde… eine feste Gemeinschaft… meine Arbeitstelle bei Herrn F.

Aber ich schaute nach vorne. Ich war nun schon 15 Jahre und musste langsam aber sicher meinen eigenen Weg finden!

Als ich in W. im Odenwald auf den Bahnhof stand, wunderte ich mich, dass mich meine Mutter nicht abholte. So machte ich mich etwas enttäuscht auf den Weg zu unserer Wohnung… den Koffer in der Hand und mit klopfendem Herzen.

Ich wusste, wo der Schlüssel deponiert war… und betrat die Wohnung! Keiner war da um mich zu empfangen… zu begrüßen!

„AB HIER HABE ICH EINE KURZE GEDÄCHTNISLÜCKE“… aber dass ich mich wenig später, im Krankenhaus unserer Kreisstadt, die nur wenige Kilometer unserer Stadt entfernt war, vor dem Bett wiederfand, in dem meine Mutter, bis auf die Knochen abgemagert und vom Krebs zerfressen um ihr Leben kämpfte… daran kann ich mich sehr wohl und sehr genau erinnern!

Niemand wusste, wie viel Zeit ihr noch bleibt.. waren Tage.. ein paar Wochen oder noch wenige Monate?

Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nahm, dennoch in meiner alten Arbeitstelle vorstellig zu werden und um eine erneute Einstellung zu bitten. Dort freute man sich auf mich und ich konnte sofort meine Arbeit wieder aufnehmen.

Am Tag arbeitete ich und wenn ich nicht ins Krankenhaus fuhr, (was auch zu diesem Zeitpunkt eine finanzielle Angelegenheit für mich war) blieb ich alleine in unserer Wohnung und wartete einsam von Gott und der Welt verlassen, auf den nächsten Tag!

Ca. 3 Wochen nach meiner Heimentlassung stand ich vor dem Grab meiner Mutter… ohne jegliches Gefühl in mir… kein Schmerz… keine Trauer… so, als wäre ich mit ihr gestorben!

Als ich nach altem Brauch 3 Hände voll mit Erde auf den Sargdeckel warf, schwur ich mir, dass ich nie mehr in meinem Leben zulassen werde, dass man mich mit Gewalt von Menschen trennt, die ich liebe!

Ich hasste die ganze Welt… und zuletzt mich selbst!

Ich verlor jeglichen Halt… ich verlor durch mein derart unflätiges Benehmen die Arbeitsstelle, konnte somit keine Miete, Strom und Wasser mehr bezahlen… mein klägliches Dasein glich einem einzigen Lodderleben!

Keiner kümmerte sich um mich… kein Jugendamt… keine Institution…

Wochen später… es war schon Hochsommer, klingelte ein Mann aus der Nachbarschaft an unserer Tür und stellte sich mir, als den von Amtswegen für mich bestellten Vormund vor.

Ich kannte ihn (Mitte 40, Junggeselle) vom sehen… er war mir sympathisch, aber letztendlich, wie sich mit der Zeit herausstelle, war sein Interesse daran größer, nun als von Staat bestimmter Gutmensch in die Geschichte des Ortes einzugehen, als sich um meine tatsächlichen Sorgen und Nöte Gedanken zu machen.

Letztendlich nahm ich es selbst in die Hand… und begab mich in die Höhle des Löwen… nämlich die des Jugendamtes!

Herr S. war nicht mehr mein zuständiger Sachbearbeiter, sondern ein anderer, etwas jüngerer Mann. Aber auch dieser Herr K. hatte anscheinend mehr Haare auf den Zähnen, als Herz und Verstand.

Als ich ihm meine Bitte vortrug, mich doch wieder in das Heim einzuweisen, in dem ich mich so wohl fühlte, machte er mir deutlich, dass der Staat für mich schon genug Geld hingeblättert hätte und er auch keine Veranlassung sehe mir meine Sonderwünsche zu erfüllen!

Er werde sich mit meinem Vormund beraten… und ich würde schon merken wie es mit mir weiterginge…!

Also fuhr ich enttäuscht wieder nach hause… berichtete meinem Vormund Herrn S. über das Gespräch und harrte der Dinge die da auf mich zukommen würden.

Ich musste warten… warten… warten… zwischenzeitlich hatte man mir den Strom abgestellt und der Hauswirt, offensichtlich ein gutherziger Mensch, wartete schon ungeduldig auf seine ausstehende Miete!

Im Herbst 66 war es dann wieder soweit!

Das herumreichen des „MÜNDELS“ aus W. im Odenwald konnte in die nächste Runde gehen…!!!!!!!!!

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1967 Engel darf man nicht lieben

Nach langem hin und her hatte sich das Jugendamt nun doch aufgerafft, für mich einen neuen Heimplatz ausfindig zu machen. Mein Koffer war gepackt und mein Vormund, der sich angeboten hatte, mich mit seinem Auto dorthin zufahren, stand schon ungeduldig, wartend bereit. Ich schaute mich noch einmal in der Wohnung um… verabschiedete mich unter Tränen von jedem mit schmerzhafter Erinnerung gefülltem Raum… und rief ein letztes Mal durch das ganze Haus: „Tschüss Mutti… ich schaff das schon!“

Dann fuhr ich mit Herrn S. nach M. Die ganze Zeit nervte mich dieser Mensch mit seiner „Fröhlichkeit“… waren doch meine Gedanken und Ängste ganz woanders!

Ein Gespräch über meine Zukunft, über das, was mich dort erwartet, wollte mit ihm perdu nicht zustande kommen. Wie auch… er war sich immer selbst der Nächste!

Im Heim angekommen wurde ich sofort von der Heimleitung Herrn H. nebst Ehefrau, mit der Heimordnung vertraut gemacht. Es herrschte ein militärischer Ton… kalt, unpersönlich… kurz und bündig und ohne wenn und aber! Ein Widerspruch oder eine eigene Meinung wurde nicht geduldet…

Die Heimordnung war einleuchtend.

Morgens zum Frühstück antreten, zur Arbeitsstelle (die sich in der Stadt befand) gehen, nach Feierabend zum gemeinsamen Abendbrot erscheinen, danach bis 20 Uhr Freizeitgestaltung die ausschließlich im Haus stattzufinden hatte… dann aufs Zimmer gehen, um 21 Uhr Licht löschen und „NACHTRUHE“ einhalten!

Samstags Ausgang von 15-18 Uhr, danach bis 23 Uhr Zugang möglich, zu dem heimeigenen Fernsehraum… Sonntags Ausgang von 13-20 Uhr!

Unser ganzes Gehalt ging geradewegs auf das „Konto des Heimes“ und wurde uns als kleines Taschengeld ausbezahlt. Das hieß, ich bekam ca. 20 DM im Monat… den Rest verschlangen die dort „durch mich“ entstehen Heimkosten.

Ich arbeitete in einem Kaufhaus, wo man mir das Obstlager anvertraute. Die Arbeit machte mir Spaß… ich verdiente nicht schlecht… wovon ich aber letztendlich selbst nichts hatte.

In der Heimküche arbeitete Emmi. Eine alte, etwas pummelige Dame… mit grauem Haar und Dutt… ca. 65-70 Jahre alt… ein wunderbarer Mensch, der immer ein offenes Ohr für unsere kleinen Sorgen hatte… einfach ein „gütiger Engel“ in Gestalt einer lieben Omi!

Sie hatte einem Narren an mir gefressen, was aber auf Gegenseitigkeit beruhte. Nach und nach freundeten wir uns an… unsere Freundschaft war so innig, dass man schon fast von einer Seelenverwandtschaft sprechen konnte.

Jeden Sonntag besuchte ich „meine“ Tante Emmi, wie ich sie liebevoll nannte, in ihrer Wohnung… wo ich jederzeit aufs herzlichste Willkommen war. Mit ihr konnte ich über alles sprechen… bei ihr hatte ich das Gefühl… endlich Angekommen zu sein. Und ja, ich liebte diese Frau… aber so, wie ein Enkel seine Oma liebt!

Die Monate vergingen… alles lief reibungslos… es gab keinen Ärger, keinen Streit, im Heim herrschte himmlische Ruhe… alles hatte seine feste Struktur, die jeder strikt von uns einhielt.

Eines Tages machte mir Tante Emmi eine Überraschung… sie wollte mir neue Kleidung kaufen. (Meine sah nicht gerade weltbewegend aus) Sie führte mich stolz in ein kleines, nahegelegenes Kaufhaus und ich durfte mir dort einen schönen Blouson, eine Hose und ein Hemd aussuchen.

Ich fand auch alles in meinen damaligen Farben… nämlich beige/braun!

Ich habe mich riiiesig gefreut und wusste gar nicht, wie ich ihr das jemals danken konnte.

Stolz zog ich meine „neue Kleidung“ am darauffolgenden Sonntag an und betrat den Speisesaal. Ich sah, wie Herr H. und seine Frau die Köpfe zusammensteckten und tuschelten… ihre Gesichtsmimik und ihre Blicke verhießen nichts gutes… blankes Entsetzen war zu erkennen… aber man sprach mich nicht an.

Ich war über das Verhalten beunruhigt und erzählte am Nachmittag Tante Emmi davon. Sie konnte es sich auch nicht erklären und beschwichtigte mich.

Meine Besorgtheit war wohl umsonst.. denn es alles lief ohne besondere Vorkommnisse in den nächsten Tagen weiter.

Doch „der Schein“ trug…

Eines Tages, als ich von der Arbeit im Heim eintraf, nahmen mich 2 Jugendamtler, (die heute gut und gerne als Türsteher vor einer Disco stehen könnten) in Empfang.

„Da ist ja das Früchtchen,“ hörte ich den einen sagen… und dann zu mir: „Sachen packen.. ab geht’s!“

Ich wollte mich nach dem wie und warum erkundigen, als einer der beiden schon die Hand hob und zum Schlag ausholte… schnell blockte ich ab und lenkte ein!

Während ich schweigsam und ohne Widerspruch meinen Koffer packte, warteten die beiden vor meinem Zimmer. Ich hörte wie der eine zum anderen raunte. „Ist ja ekelhaft… der und so´ne alte Frau!“

Ich wurde, ohne mich von irgendjemanden verabschieden zu können, in ein Auto gezerrt und in eine andere Stadt, nach P. verfrachtet.

Das Heim dort ähnelte dem in M. Die Hausordnung war die gleiche und die damit verbundenen Pflichten.

Ich nahm die neue Herausforderung an, (was blieb mir anderes übrig) fügte mich ein und ordnete mich unter.

Ich arbeitete tagsüber in einer Brillenfabrik… und nachts im Bett, fing ich wieder an zu weinen! Die Sehnsucht nach meiner Tante Emmi war so groß, dass es schon weh tat. Aber nicht nur das… es war wieder einmal der „Trennungsschmerz“… der mir immer und überall gegenwärtig war.

Doch was hatte ich am Grab meiner Mutter geschworen? Wollte ich doch „nie mehr“ zulassen, dass man mich von Menschen, die ich lieb gewonnen habe, trennt?

Nein… dieses mal wollte ich mich wehren… jemanden die Stirn bieten… allen beweisen, dass ich mir das nicht mehr gefallen lasse. Ich war ein Mensch… ein junger Mensch, den man nicht nur mit Füßen treten durfte… der auch „ein Recht“ auf Glück und Liebe hat!

Am darauf folgenden Samstag trämpte ich per Anhalter nach M. zu Tante Emmi. Die Rückfahrt wollte ich mit dem Zug machen… mehr gab mein Geldbeutel nicht her!

Sie war außer sich vor Freude, als sie mich sah und wir unterhielten uns darüber, was vorgefallen ist und vor allem, was der Grund für das Handeln von Herrn H. und dem des Jugendamtes war. Ich blieb über Nacht bei ihr, schlief auf der Couch und wollte am Sonntag nach P. zurückfahren.

Doch dazu kam es nicht mehr, denn am Sonntag morgen stand die Polizei vor Tante Emmis Tür und die führten mich in Handschellen ab. Sie brachten mich in eine Art Gefängnis (?)… in dem ich eine Nacht, bis zum Montagmorgen verbrachte.

Als man mich durch das Spalier der neugierigen Blicke der dortigen „Insassen“ führte, gab mir ein junger Mann mit seinen Augen ein Zeichen, dass daraufhin deutete, dass ich auf keinen Fall mitgehen sollte… er sah mich an, als wollte er schreien: „Lauf… renn um dein Leben!“

Ich rannte nicht… weil ich nicht durfte und auch nicht konnte… ich hatte keine Kraft mehr… ich war nur noch eine seelenlose Hülle!

Es folgte eine für mich nie enden wollende Autofahrt… in eine für mich fremde Welt.

Ich sah kalte Backsteinhäuser… unendlich weite Wiesen und Felder… dahinter einen bedrohlich dunklen, wolkenbehangenen Horizont… und zum ersten mal in meinem Leben… „das Moor!“

Man brachte mich also nach Freistatt… die von allen Jugendlichen gefürchtete Anstalt für Schwersterziehbare… dem sogenannten „Freistätter Arbeitslager!“

Ich wurde dort kurzerhand in einem Haus eingeliefert… und wieder einmal erfolgte eine Einweisung mit Übergabe und Aufnahme…! Alles wie schon tausendmal erlebt… alles wie gewohnt und dennoch… „DIESES MAL“ war ich an der Endstation, aus der es kein Entrinnen kam, angekommen!

Man sperrte mich in ein eine Zelle (das man dort Zimmer nannte) ein und überließ mich meinem Schicksal!

Als ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, ich auch nicht weinen oder wenigstens wütend sein konnte, überkam mich ein Gefühl, dass ich „SO“ zuvor „noch nie“ gekannt hatte… dass Gefühl nicht alleine zu sein. Das erste mal in meinem Leben faltete ich meine Hände und fing an zu beten… ich sprach zu einem Freund den ich nicht sah… der aber dennoch für mich anwesend war….

Mein neuer Freund, bei dem ich mich von nun an jeden Abend aussprechen konnte, begleitete mich in den ersten Monaten auf Schritt und Tritt… solange bis ich genug Kraft hatte, mein Schicksal alleine anzunehmen!

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1968/69 Schweige, arbeite und bete

In Freistatt gab es mehrere Anstalten. Alle wurden von harter Hand geführt und die von Gott gegebenen Regeln, ohne wenn und aber, knallhart und „ohne Rücksicht auf Verluste“ umgesetzt. Eigentlich war ganz Freistatt eine einzige Anstalt… in sich und in mehreren Anstalten unterteilt… und wenn die Aufnahmekapazität der Zöglinge überschritten wurde, hatte man eine Neue dazugebaut. Und in solch einer bin letztendlich ich gelandet.

Auch hier gab es eine hausinterne Aufteilung… nämlich die der Stationen.

„Jeder Junge“ hatte dort 4 Stationen zu durchlaufen. Zu Beginn war ein Mindestaufenthalt von 3 Monaten auf Station 1 Pflicht. Dort war man (wie in allen weiteren Stationen) ein „NICHTS“… man durfte nicht rauchen… kein Radio hören… hatte zu arbeiten, zu schweigen und zu kuschen! Die einzigste Abwechslung war das Lesen, dass sich aber nur auf ein Buch beschränkte… nämlich das Buch aller Bücher… die Bibel!

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Hatte jemand die ersten 3 Monate hinter sich gebracht, ist nicht auffällig geworden und hatte zufriedenstellende Arbeitsleistungen abgeliefert, wurde er auf Station 2 verlegt.

Hier verhielt sich alles, wie auf Station 1… nur mit dem Unterschied, dass man nach getaner Arbeit, sich abends 1-2 Zigaretten anzünden durfte.

So ging es weiter… auf Station 3 war dann schon für eine ganze Stunde das Rauchen erlaubt, aber erst nachdem der diensthabende Bruder: „Feuer frei“ verkündete… und das konnte unter Umständen dauern!

Auf der letzten Station (4) durfte man dann den ganzen Abend (bis 20 Uhr) rauchen und wenn der diensthabende Bruder (wie sich die Erzieher dort nannten) mit „guter Laune“ gesegnet war, brachte er ab und zu mal seinen privaten Plattenspieler mit und dudelte uns „seine Lieblingsplatten“ vor.

Ein weiterer Vorteil war noch, dass man auf Wunsch jemanden auf Station 3 besuchen durfte.

Sollte jemand von Station 2-4 einmal Mist gebaut haben, oder seine „Arbeitsleistung“ schwächelte, wurde er kurzerhand wieder in Station 1 einquartiert und musste „die ganze Schose“ von vorne durchlaufen.

Unser aller Ziel war es, die letzte Station zu erreichen und auch dort zu bleiben… also schwiegen wir, ließen uns schlagen, schufteten wie die Tiere und ergaben uns unserem Schicksal.

Gearbeitet wurde tagtäglich im Moor, das wir nur in Loren erreichen konnten. Ein ausgeklügeltes Schienennetz, führte uns in jeden Winkel dieser matschigen Hölle.

Dort hieß es Torfsteine stechen und zu Pyramiden stapeln, damit diese austrocknen konnten. Eine „körperliche Schwerstarbeit in Akkord“… denn jeder Junge hatte ein „Soll“ zu erfüllen.

Wir arbeiteten dort bei Wind und Wetter… 6 Tage die Woche… bei sengender Hitze, bei klirrender Kälte… bei Sturm und Regen… wenn einer der Jungs vor Schwäche umkippte… was soll’s… der berappte sich auch wieder!

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Aber „selbst hier“ wurde schikaniert… denn wenn ein Bruder mit der Größe und Form der Pyramide nicht einverstanden war, musste diese wieder abgebaut und neu aufgestapelt werden… und das solange, bis diese von ihm abgesegnet wurde. Kam dies vor, hieß es noch schneller knüppeln, denn die verlorene Zeit musste „unter allen Umständen“ wieder aufgeholt werden.

Mittagessen gab es in einer heruntergekommenen Hütte, zu der wir wiederum nur mit den Loren gelangten. (siehe Fotos auf Startseite) Oftmals blieb der Fraß an den Blechnäpfen hängen, die uns dort ausschließlich zur Verfügung gestellt wurden… statt in unseren Mägen!

Abends, wenn wir nach getaner Arbeit wieder in der Anstalt eintrafen, hieß es antreten zum „Appell“… wo der übermächtige „Hausvater“ seinen großen Auftritt hatte. Seine hinter dem Rücken verschlossenen Hände, mit denen er immer ein großes Schlüsselbund trug, demonstrierten seine Macht! Wer das Soll nicht erfüllt hatte, wurde von ihm „schlagkräftig“ zur Rechenschaft gezogen, wobei ihm der besagte Schlüsselbund gerne einmal als „Schlagring“ diente!

Eigentum, und sei es nur eine Socke, hatte keiner der Zöglinge… alles wurde uns abgenommen! Wir trugen dort eine sogenannte Anstaltkleidung, die aus den noch verwertbaren Restbeständen einiger „Lager aus der Kriegszeit“ stammten. Die passten auch besser zu dem Blechgeschirr, aus dem wir unser Essen kratzten.

Unsere Nächte verbrachten wir in unseren „Zellen,“ die üppig mit einem Metallbett, Matratze und Bettzeug ausgestattet waren…“MEHR NICHT!“

Oh doch… Entschuldigung… habe vergessen zu erwähnen, dass jeder noch einen eigenen Nachttopf besaß… denn zur Toilette konnten wir nicht… selbst dort wurden wir unter Verschluss gehalten!

Und damit wir nicht auf dumme Gedanken kamen, wurde vor dem Betreten noch eine „Körperkontrolle“ durchgeführt. Das hieß, dass wir unser Nachthemd lüften mussten, uns in Kniebeuge oder nach vornüber zu bücken hatten, unsere Pobacken „auseinander ziehen“ mussten, damit der Bruder sich einen „Einblick“ verschafften konnte, ob wir nicht eine Zigarette oder dergleichen in den After geschoben haben, um sie mit einzuschmuggeln. Wer von uns vermutete damals schon, dass diese Prozedur einige der Brüder regelrecht aufgeilte, wenn wir ihnen unseren nackten Arsch präsentierten!?

Eines Tages brach Hektik auf den einzelnen Stationen aus… die Brüder liefen wie aufgescheuchte Hühner hin und her, mauschelten und flüsterten sich immer wieder was ins Ohr… nichts war wie sonst. Es sprach sich unter uns Jungs aber dann doch schnell herum, was diese Hektik auslöste. Mehrere Zöglinge hatten Briefe aufgesetzt die sie an den Obermufti, den Pastor und obersten Herrn und somit auch den Chef aller Diakone aus Freistatt, übergaben. Sie beinhalteten, dass sie über einen längeren Zeitraum „sexuell missbraucht“ wurden. Man kann sich vorstellen, was das für uns Jungs bedeutete… es wurde publik, dass die Brüder nicht unfehlbar waren.

Welch eine Genugtuung!

Die betroffenen Jungs wurden nachts aus ihren Zellen geholt, in das auf der Station befindliche Dienstzimmer verbracht und mussten dem dort nachtdiensthabenden Bruder sexuell zu Diensten sein… natürlich „durften“ sie dabei rauchen!!!

Wobei ich aber „ausdrücklich betonen“ möchte, dass solche Perversitäten „nicht die Regel,“ sondern Ausnahmen und nicht von allen Brüdern praktiziert wurden.

Es stand ein Personalwechsel an und danach herrschte ein noch rauerer Ton uns gegenüber, denn man war bemüht, schnell und unversehrt wieder zur Tagesordnung überzugehen. (Die betroffenen Herren wurden vor Gericht gestellt)

Die „einzige Abwechslung“ die wir hatten und die uns nur allzu gerne angeboten wurde, war der sonntäglich Kirchgang, von dem auch rege Gebrauch gemacht wurde. Natürlich in beaufsichtigten Gruppen, im Gleichschritt, schweigend und mit „gesenktem Kopf!“

Einmal in Monat war der sogenannte „Einkauf,“ den es auch nur ab Station 3 gab! Dort durfte man sich zwischen einem Päckchen Tabak mit Blättchen oder etwas süßem entscheiden. Drei mal könnt ihr raten, was mehr den Besitzer gewechselt, bez. über den Verkaufstresen geschoben wurde!? Bezahlt wurde es von uns nicht… denn wir hatten kein Geld… es wurde von unserem „KONTO“ abgezogen! Ich verstehe bis heute noch nicht, was die darunter verstanden hatten… denn einen Lohn oder ein Gehalt bezogen wir mit unserer täglichen Schufterei nicht. Zahlungen an die „Rentenversicherung“ wurden für uns auch nicht geleistet. (letzteres betraf aber alle Heime)

Ich verbrachte dort meine Zeit, bis ich ca. „Anfang Zwanzig“ war… danach wurde ich entlassen!

Ich war endlich frei… in wenigen Monaten sollte ich volljährig (21) werden… „kein Jugendamt der Welt“ konnte mir jemals wieder etwas anhaben… doch war ich nach alledem, was ich erlebt habe überhaupt noch über-lebensfähig?

Eines hatte ich in all den Jahren begriffen:

„JE DRECKIGER ES DEN MENSCHEN GEHT, UMSO GRÖSSER IST DEREN ZUSAMMENHALT!“

Weitere Informationen zu dem Thema Freistatt findet ihr ganz oben… Dort ist auch ein Link, der zu weiteren Angaben eines Insassen führt.

Ich werde hier ganz bestimmt noch über das eine oder andere Erlebte berichten… für jetzt möchte ich erst einmal das Thema abschließen… damit ich mal wieder einen „klaren Gedanken“ fassen kann.

Schaut gerne mal wieder rein, wenn ihr interessiert seid… ich habe mich hier „noch lange nicht“ ausgekotzt!!!!

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Rückblicke

Ich stand auf einer Brücke in Würzburg und schaute auf die Gleise. Als ich die eintreffenden und rausfahrenden Fern-Züge beobachtete, wurde mir „endgültig“ klar, dass ich frei war!

Aber wie frei war ich wirklich? Wie und wo sollte ich anfangen zu leben? Wer war ich und was ist bis dahin aus mir geworden?

Ich war ein gebrochener, junger Mann… gutaussehend aber unselbstständig, menschenscheu, beziehungsunfähig, verängstigt, ziellos umherirrend, vollkommen eingeschüchtert… ohne jegliches Selbstwertgefühl, innerlich leer und ausgebrannt, immer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens………….. und ich wollte „Genugtuung!“

Und genauso, wie es in mir drinnen aussah, solch eine ebenbürtig-chaotische Spur hatte ich in den daraufhin folgenden 20 Jahren bei meinen Mitmenschen hinterlassen. (Für die mich heute abgrundtief schäme) Jeder der sich mir näherte und auch nur „ansatzweise“ signalisierte, dass er mich gerne hat, wurde von mir verstoßen. Ich wollte ihm genau jenen Trennungsschmerz zufügen, den ich selbst jahrelang erleiden musste… Wenn „ich“ anfing jemanden zu mögen, trennte ich mich von ihm, weil ich die für mich unausweichliche, bevorstehende Trennung (so war ich der Meinung) nicht abwarten wollte… ich wollte den Schmerz „sofort“ haben, damit ich ihn hinter mich bringen konnte!

Dennoch… ich wollte überleben… und fing an zu verdrängen! Das daraus bestehende Resultat war verheerend:

Ich absolvierte meinen Wehrdienst, nahm an Weiter-Fortbildungen teil, blickte auf zwei gescheiterte Ehen zurück… konnte zwar beruflich Fußfassen, stand aber mit Ende dreißig immer noch alleine da… alleine mit mir und mit Gott und der Welt… von Depressionen geplagt, die durch Angst und Panikattacken noch verstärkt wurden.

Ich hatte nur noch einen einzigen treuen Freund, der nie von meiner Seite wich… Freund Alkohol!

Und genau zu jenem Zeitpunkt, als ich drauf und dran war, mich völlig aufzugeben, trat meine jetzige Frau in mein Leben! Und mit ihr kam auch meine verlorengeglaubte „Menschlichkeit“ zurück!

Anfangs wollte ich mich auch von ihr trennen… aber sie rührte sich nicht… sie war stur… „UND BLIEB!“

Mit ihr bin ich jetzt über 25 Jahre verheiratet…

Freund Alkohol habe ich eine Abfuhr erteilt und mich ausschließlich ihr zugewandt! Wie sich herausstellte, glichen sich unsere beider Vergangenheiten… das machten die ersten Hürden erträglicher, die unser Zusammenleben und das Zusammenraufen betrafen!

Heute können wir sagen: „Wir haben es geschafft… aber nur weil der eine für den anderen da war/ist!“

Hallo Leben… „SIEHST DU MEINEN STINKEFINGER?“

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Gesucht/Gefunden

Nach langer Zeit bin ich im Netz mal wieder auf Stippvisite gegangen um meine Vergangenheitsbewältigung abzuarbeiten. Und siehe da… nachdem ich das Wort Freistatt eingegeben habe, wurde ich auf sonderbare Weise sofort fündig!

Ich habe Bilder/Fotos gesehen, bei denen ich schon längst die Hoffnung begraben habe, hier noch einmal einen Einblick zu bekommen!

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Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie präsent die Erinnerung noch nach fast 50 Jahren sein kann. Und da diese bei mir sehr stark ausgeprägt ist, schrecke ich auch nicht vor deren Konfrontation zurück!

Nun habe ich ihn auf Foto… diesen Herrn Hausvater K. genauso, wie ich ihn in Erinnerung habe… als gottgleichen Übermensch, mit seinen streng zurück gekämmten Haaren, seinen heruntergezogenen Mundwinkeln und der dunklen Hornbrille, die seine unruhigen, hin- und her flackernden, tiefschwarzen, angst-einflößenden Augen noch mehr zur Geltung brachten!

Ja… so kenne ich ihn… so hat er sich ihn mein Gehirn manifestiert!

Ich war wohl damals der einzigste Junge aus meiner Gruppe, der den Schrecken, der von diesem Menschen ausging, gar nicht so stark wahrgenommen hat, weil mich sein unbegrenztes, gottähnliches Wesen, seine über alles herrschende Macht tief beeindruckte.

Heute weiß ich, dass ich ihn damals tatsächlich für mich als eine Art Vaterfigur auserkoren hatte… vielleicht um besser mit meiner Angst umzugehen, vielleicht aber auch um mich vor ihm zu schützen!

Dennoch… gestern, bei dem Anblick dieser Fotos lief mir ein eiskalter Schauer den Rücken runter… aber je länger ich auf das Bild starrte, verzog sich dieser und eine Art von Wehmut machte sich breit. Ich dachte an alle meine Kameraden, meine Leidensgenossen, meine Freunde. Was wohl aus ihnen geworden ist?

Wenn man mich heute fragen würde, ob ich diese Zeit noch einmal durchleben würde, mit all meinem Wissen und meiner heutigen Lebenserfahrung, würde ich dieses Angebot nicht ablehnen. Aber nicht, um mich an einzelne Personen zu rächen, sondern um zu informieren!!!

Hass empfinde ich schon lange nicht mehr… ich habe längst verziehen (aber nichts vergessen) und mich mit meinem damaligen Schicksal arrangiert!

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Freistatt – Der Film

Ich habe mir gestern den Film “FREISTATT“ angesehen. Er lief am 20.01.2017 auf Arte. Jeder, der mal einen kurzen Blick auf meine Lebensgeschichte geworfen hat, weiß was das Wort für mich bedeutet und dass auch ich, damals in den 60-er Jahren, ein Zögling der dortigen Diakonie-Moorhölle war.

Gut, Freistatt war ein Überbegriff der dort „verschiedenen“ Heime. Alle hatte sie die selbe Aufgabe, aber jedes für sich eine andere Hierarchie und somit auch ihre eigenen Regeln. Dennoch war ich von dem Film enttäuscht… zumal ein damaliger Insasse sein Wissen in die Handlung (angeblich) mit einbrachte.

Ich fand, bis auf wenige Ausnahmen, den Film total überzogen und an der Realität vorbei delegiert. Klar… es waren harte und für uns Jungs unmenschliche, seelenlose und menschenverachtende Zeiten und nicht jeder hat diese Zeit „unbeschadet“ überstanden … aber was ich da sehen musste hat mich einfach nur geärgert. Meine Erinnerungen hat dieser Film nicht widergespiegelt…

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Zigeunerjunge

Im TV-Silvesterabendprogramm war ich nur am zappen… von einem Sender zum anderen… in meiner Geschmacksrichtung war leider nichts zu finden. Aber einmal hielt ich kurz inne, als Alexandra ihren Hit vom „Zigeunerjungen“ sang. Kurz danach dachte ich an ein einschneidendes Erlebnis aus meiner Vergangenheit:

In meiner Kindheit konnte ich nie Freundschaften für längere Zeit schließen, weil meine Mutter ein unruhiger Geist war. Sie zog von einer Kleinstadt zur anderen, oder von Dorf zu Dorf! Für mich war dann immer eine andere Schule, andere Schulkameraden und neue kurzlebige Freundschaften angesagt… danach hieß es Abschied nehmen, weil wir wieder einmal den Wohnort wechselten.

Obwohl ich noch zwei Halbgeschwister hatte, ging jeder seinen eigenen Weg. Wir hatten nicht viel gemeinsam. Wir wohnten zwar alle (vaterlos) zusammen, dennoch war jeder auf seine Art einsam und alleine. Meine große Schwester (17) heiratete sehr jung und war aus dem Haus, mein großer Bruder (15) zog es vor bei seiner Tante, in einer fernen Großstadt zu leben und ich, der Jüngste (13) blieb bei der übermächtigen, dominanten Mutter, die mir immer öfter das Gefühl gab ihr im Wege zu sein.

Die Schulglocke klingelte… unser Lehrer trat herein… wir standen alle auf und leierten unser: Guten Morgen Herr Oberlehrer“ herunter!

„Setzen,“ hieß es kurz und knapp… und wir folgten seinem Befehl.

An diesem sonnigen Frühjahrsmorgen war aber alles anders. Er hatte einen, etwa in meinem Alter, leicht dunkelhäutigen Jungen dabei. Die anderen Kinder fingen an zu tuscheln, nur ich sah ihn gebannt an… erinnerte er mich doch sehr stark, alleine schon wegen der Hautfarbe, seiner dunklen Augen und dem pechschwarzen Haar, an meine Mutter. (Italienerin)

„Das ist Siegfried,“ erklärte uns unser Lehrer, „er wird für einige Monate in unserem schönen Ort verweilen und für diese Zeit euer Mitschüler sein!“

Danach ordnete er an, mit mir die Schulbank zu teilen!

Ich freundete mich mit Siegfried schnell an… denn wir hatten vieles gemeinsam… sogar im Aussehen ähnelten wir uns! Dass er auf unserem Dorf-Sportplatz mit seiner Familie, die den Zigeunern zugehörig war, in einen auf uns ärmlich wirkenden Wohnwagen lebte, störte mich nicht im geringsten… ganz im Gegenteil… das machte die ganze Angelegenheit für mich nur noch spannender… noch abenteuerlicher!

In jeder freien Minute nach Schulschluss trafen wir uns, und taten dass, was Jungs eben in unserem Alter taten. Ball spielen, schwimmen gehen, die dort befindliche Burgruine bis auf die kleinste Kleinigkeit zu hinterforschen… unsere ersten Zigaretten zu inhalieren oder einfach durch die Wälder zu pirschen.

Eines Tages beschlossen wir mehr als nur Freunde zu werden… wir wollten Blutbrüder sein. Also ritzten wir uns kleine Wunden in die Finger und vermischten unser Blut!

Ich hatte endlich das, was ich mir Zeit meines jungen Lebens gewünscht habe… einen Freund… einen echten Bruder!

Siegfried brachte mir etwas bei, dass ich nie vergessen sollte und mich auch einen großen Teil meines Lebens begleitete … nämlich das Gitarre spielen!

Es war die schönste Zeit meiner Kindheit!

Doch auch hier drohte der Abschied… das verlassen werden… das zurückgeworfen werden ins Alleinsein!

Doch dieses mal wollte ich kämpfen… kämpfen um meinen Blutsbruder!

Ich schlug meiner Mutter vor, mich mit den Zigeunern ziehen zu lassen und war, wenn ich ehrlich bin, gar nicht so überrascht, dass sie sich nicht dagegen sperrte und meinte: „Wenn die damit einverstanden sind, kannst du gehen!“

(Bitte nicht vergessen… ich war erst 13 Jahre alt)

Siegfried fragte seine Eltern… auch sie waren (angeblich) einverstanden.

Wir schmiedeten Pläne und malten uns aus, wie unsere Zukunft wohl sein würde… wenn wir „groß“ sind!

Dann war es soweit… der Tag der Weiterreise der Zigeuner stand fest… und somit war meine spannende, abenteuerliche Zukunft besiegelt… war ich der Meinung!?

Noch einmal schlafen, dann wollte Siegfried am frühen Morgen bei uns klingeln und mich abholen!

Doch es klingelte niemand… ich wartete und wartete… die Hausklingel blieb stumm!

Ich schob meinen Koffer unters Bett und machte mich auf den Weg zum Sportplatz…. mein Begleiter war ein dicker Kloß im Hals.

Meine schlimmsten Erwartungen wurden bestätigt… der Platz war leer… kein Wohnwagen zu sehen… keine Zigeuner… kein Siegfried!

Ich hatte das Gefühl, als ob mir jemand mein Herz herauszureißen wollte… ich konnte nur noch weinen!

Dieser Abschied ist in diesem Jahr genau „50 Jahre“ her… und jedes Mal, wenn ich das Lied „Zigeunerjunge“ höre, denke ich an meinen „Blutsbruder“ und was wohl heute aus ihm geworden ist!?

Aber was wäre geworden, wenn…???

Was wäre aus „mir“ geworden… wo wäre ich eines Tages gelandet… wäre ich unter die Räder gekommen… oder hätte ich eines Tages dort eingeheiratet und würde mich „heute noch“ zu dem wandernden Volk bekennen????

Wären mir nach dem Tod meiner Mutter die jahrelangen Heimaufenthalte erspart geblieben, oder waren genau diese es, die mich vor einer „Verwahrlosung„ bewahrt haben?

Fragen über Fragen… aber eine Antwort darauf werde ich nie erhalten!

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… das tat weh, Karl-Heinz

Ich habe neulich eine kleine Geschichte gelesen, die darüber berichtet, dass eine kleine Eule lieber ein bunter Kakadu wäre. Natürlich war sie etwas „tiefsinniger“ und wollte auf etwas aufmerksam machen.

Auch ich kannte einmal so eine kleine Eule…

In einem der Heime, in denen ich meine Kindheit verbrachte, war ein Junge Namens Karlheinz, der „anders“ war wie wir. Er war in seiner Art und Weise sehr feminin und hob sich dadurch von den anderen ab. Da wir aber alle in dem gleichen Boot saßen und ein „gemeinsames“ Schicksal durchlebten, war er voll in unseren Gruppen integriert und wurde von niemanden ausgestoßen oder verhöhnt. (Ich denke, in unserer „heutigen Zeit“ wäre so etwas gar nicht mehr möglich)

Nach unseren Heimentlassungen verloren wir uns zwangsläufig alle aus den Augen und jeder ging seinen eigenen Weg.

Meiner führte mich zurück in meine Geburtstadt Berlin. Ich war schon Mitte zwanzig… lebenshungrig und auf der Suche nach Erfolg und Abenteuer.

Ich staunte nicht schlecht, als man mir bei Antritt meiner neuen Arbeitstelle „Karlheinz“ als Kollegen vorgestellte. Wir freuten uns über unser Wiedersehen wie zwei kleine Schneekönige und verbrachten viel Zeit miteinander… denn wir hatten uns viel zu erzählen… schließlich hatte man sich viele Jahre (9) nicht gesehen. Er war immer noch der gleiche, fröhliche und freundliche, aber feminine Junge wie damals… doch niemand merkte, wie es „tatsächlich“ um ihn stand!

Aber auch hier, nach einigen Monaten hieß es Abschied nehmen, denn meine berufliche Laufbahn verlangte, dass ich Berlin wieder verlasse.

Es waren nur wenige Jahre, die vergingen, als ich erfahren musste, dass Karlheinz sich das Leben genommen hatte. Seinen Leichnam, bezw. dass, was die Ratten von ihm übriggelassen hatten, fand man in einem Hinterhof, einem Ort, den er sich ganz bewusst ausgesucht hatte, weil er nicht für jedermann zugänglich war!

Heute bin ich schlauer… heute erinnere ich mich an unsere Gespräche… „viele“ deuteten auf seine Hilferufe hin! Er wollte Frauen lieben, „konnte“ es aber nicht… er konnte Männer lieben, „durfte“ es aber nicht… er wollte Mensch sein und dazugehören, doch „man ließ ihn nicht!“

Ich stelle mir heute noch die Frage, ob ich in den paar Monaten nach unserem Wiedersehen wenigstens ein Freund für ihn war… aber ich denke schon… jedenfalls mehr Freund wie mein Bruder für mich jemals ein Bruder war!

Karlheinz… das tat verdammt weh….

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